Verlagsvertrag und Verlagsrecht

Durch den Verlagsvertrag überlässt der Autor sein Werk dem Verlag zur Vervielfältigung und Verbreitung für eigene Rechnung und verschafft ihm das ausschließliche Recht dazu, das ist das Verlagsrecht. Es ist im „Gesetz über das Verlagsrecht“ von 1901 definiert und geregelt.

Übertragung des Verlagsrechts

Das Verlagsrecht beginnt mit der Einreichung des Manuskriptes, das die zur Veröffentlichung bestimmte Version des Werkes enthält. Der Autor muss anderen die Vervielfältigung und Verbreitung untersagen und sie auch selbst unterlassen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Verlag, das ihm übertragene Verlagsrecht „in zweckentsprechender und üblicher Weise“ auszuüben.

Einreichung des Manuskripts

Es versteht sich von selbst, ist aber auch gesetzliche Vorschrift (§ 10 VerlG), dass das Manuskript „in einem für die Vervielfältigung geeigneten Zustand“ eingereicht wird. Es muss abgeschlossen, redigiert und korrigiert in Form einer Textdatei mit Kontrollausdruck (auch Pdf) abgeliefert werden. Das Manuskript wird gesetzt, das heißt es werden Druckvorlagen erstellt. Nachträgliche Änderungen des Manuskriptes verursachen einen erheblichen Mehraufwand.

Anspruch auf Korrekturabzug

Der Autor hat ein Anrecht auf einen Korrekturabzug. Diesen muss er, wie es im Gesetz heißt, unverzüglich honorarfrei kontrollieren und zum Druck freigeben. Er überprüft, ob sein Werk fehlerfrei gesetzt wurde, und kann bei dieser Gelegenheit das Manuskript ändern. Seine Anstreichungen müssen in den fertigen Satz übernommen werden.

Satzfehler sind Hausfehler

Satzfehler sind die Fehler, die noch nicht im Manuskript waren, sondern bei den Satzarbeiten passiert sind. Hierzu zählen Trennfehler, typografische Fehler usw. Sie fallen als Hausfehler dem Verlag zur Last und werden honorarfrei korrigiert. Wenn sie im Korrekturabzug nicht angestrichen werden, gehen sie allerdings in die Verantwortung des Autors über.

Änderungen im fertigen Satz

Alle anderen Änderungen sind Manuskriptänderungen. Das sind die Fehler, die bereits im Manuskript enthalten waren, und ebenso die Änderungen, die keine Fehlerkorrekturen sind. Der Autor hat das gute Recht, alle entdeckten Fehler im Korrekturabzug anzustreichen. Wenn der Aufwand der Korrekturen aber das übliche Maß überschreitet, muss er die Kosten dafür tragen. Die Grenze liegt bei 10 Prozent des gesamten Satz- und Gestaltungsaufwandes.

Nicht angestrichene Fehler