Satz, Typographie

Der Satz im Herstellungsprozess des Buches

Der „Satz“ ist die erste von drei Stufen im Herstellungsprozess eines Buches, gefolgt von Druck und Bindung. Er hat die Aufgabe, das Werk in den für die drucktechnische Vervielfältigung geeigneten Zustand zu bringen und die „Druckvorlagen“ zu erstellen. Das sind geschlossene Pdf-Druckdaten, die in der Druckerei durch die Druckvorstufe direkt weiterverarbeitet werden.

Früher lag der Satz in der Kompetenz der Druckereien, der es nach und nach entzogen wurde, verursacht durch technische Innovationen.

Maschinensatz, Linotype (1886) und Monotype (1897)

Fotosatz, Digiset (1965)

Computersatz, Dtp (1985)

Mit der Digiset des Kieler Erfinders Hell (1901–2002) kam 1965 das optoelektronische Verfahren, in dem erstmals Schriften elektronisch erzeugt wurden. Bei der Digitalisierung der Schriften setzte Hell bereits Vektoren ein, unabhängig von den geometrischen Modellierungen der Autoindustrie, durch Bézier und Casteljau, also den heute üblichen „Bézierkurven“. Diese wurden seit 1985 mit der Einführung von Postscript durch Adobe verbreitet.

Datenförmigkeit des Manuskriptes

Das Manuskript wird üblicherweise als Textdatei eingeliefert, erstellt mit einem Textprogramm wie „MS Word“, „Open Office“ usw., oder wird in eine solche überführt. Die Textdatei speichert außer dem reinen Fließtext auch Fußnoten, Tabellen, Verweise, Grafiken usw. in einem „Dokument“. Dieses ist eine Laufzeitversion des Werks.

Die Datei soll inhaltlich, sprachlich und orthographisch fehlerfrei sein. Dann wird sie satztechnisch bearbeitet und für die Ausgabe auf dem Druckmedium, der Buchseite, formatiert. Für diesen Arbeitsschritt sind die Textprogramme prinzipiell ungeeignet. Hierfür gibt es spezielle Satzprogramme, deren Bedienung fachliches Wissen erfordert. Ein sehr verbreitetes Programm ist „InDesign“ von „Adobe“, andere sind PageMaker, Ventura Publisher, QuarkXPress, LaTex, Tustep.

„InDesign“ verbindet die klassischen Aufgaben eines Satzprogrammes, nämlich die Gestaltung der Druckseite in Layout, Typographie, Vektorgraphik, mit der Textbearbeitung auf der Ebene des Dokuments oder Buchs. Alle wichtigen Funktionen eines Textprogramms sind in „InDesign“ enthalten. Hierdurch funktioniert die Übernahme von Textdateien sehr gut. Die Erzeugung von Pdf-Druckdaten ist denkbar einfach und wird durch Kontrollfunktionen („Preflight“) unterstützt.