Buchformat

Das Buchformat wird, wenn es nicht vorgegeben ist, nach der Zweckbestimmung des Werkes, dem Text-Bild-Verhältnis, dem Budget oder anderen Erwägungen festgelegt. Das in den Geisteswissenschaften übliche und auch in den Schriftenreihen vorherrschende Format ist das „mittlere“ mit 24 Zentimetern Seitenhöhe. Zunehmend wird auch auf das „kleine“ Formate mit 21 Zentimetern Seitenhöhe zurückgegriffen. Bei bildlastigen Buchpublikationen, beispielsweise aus der Archäologie und Kunstgeschichte, wird auch das „große“ Format mit 28 bis 30 Zentimetern Seitenhöhe verwendet.

Unsere Formate

Früher wurde das Format durch die Anzahl der Faltungen des Druckbogens ausgedrückt, „Folio“ (2°) hieß der einmal gefalzte Bogen, „Quart“ (4°) der zweimal gefalzte Bogen, „Oktav“ (8°) der dreimal gefalzte Bogen usw.

Wenn man nach den „Preußischen Instruktionen für das Bibliothekswesen“ von 1899, 1908² (Wikipedia, Preußische Instruktionen) geht, haben alle abgebildeten Beispiele Oktavformat: „Oktav“ 8° mit 18,5–22,5 Zentimeter Rückenhöhe, „Groß-Oktav“ gr. 8° mit 22,5–25 Zentimetern und „Lexikon Oktav“ Lex. 8° mit 25–30 Zentimetern. Seit der Einführung der „Regeln für die alphabetische Katalogisierung“ (Wikipedia, RAK) im Jahr 1976 wird die Rückenhöhe in Zentimetern angegeben.

Der Normalbogen des „Vereins der deutschen Papierfabrikanten“ aus dem Jahr 1883 war die erste deutsche Papiernorm. Sie wurde 1889 sogar gesetzlich zum „Reichsformat“ bestimmt (Lueger, Lexikon der gesamten Technik I, 1920). Die Norm galt bis zur Einführung der DIN 476, „Papierformate“, im Jahr 1922.

Der Normalbogen plano misst 33 cm × 42 cm und hat somit das Seitenverhältnis wie 1 : 1,273, das gilt auch für „Quart“. Das ist das Format der aufgeschlagenen Doppelseite in „Folio“ oder „Oktav“, deren Seitenverhältnis wie 1 : 1,571 ist.

Der Vorzug des „DIN-Formates“ ist die Halbierung in ähnliche Rechtecke, das heißt solche mit identischem Seitenverhältnis. Um diese Eigenschaft zu haben, muss das Seitenverhältnis 1 : 1,414 oder 1 : √2 betragen. Wenn man √2 halbiert, also durch 2 teilt, entspricht das dem Kehrwert: √2 ÷ 2 = 1 ÷ √2.

Da es sich bei den Seitenformaten immer um beschnittene Endformate handelt, sind die ursprünglichen Maße des Papiers nicht sonderlich relevant. Allerdings liegt es im Interesse aller Beteiligten, dass der Beschnitt möglichst gering ist.

Auswirkungen der Bindung auf das Format

Das Buchformat ist bei flexibel gebunden Büchern („Softcover“) identisch mit dem beschnittenen Seitenformat. Bei gebunden Büchern („Hardcover“) gibt es einen Zuwachs an allen vier Seiten. Die Festlegungen zum Format wirken sich also je nach Bindung unterschiedlich aus.

Der feste Einband besteht aus „Buchbinderpappe“ von 2,0–2,2 Millimetern Stärke in drei Teilen, den beiden Deckeln und der runden Rückeneinlage, die durch den Vorsatz mit dem Buchblock verbunden sind und außen durch den Überzug zusammengehalten werden.

Das Einbandmaterial ragt oben und unten jeweils 2,5 Millimeter über die Seite hinaus. In der Breite entsprechen die beiden Deckel zwar genau der Seite, sie werden aber um 2,5 Millimeter nach außen (rechts) versetzt. So entsteht an drei Seiten ein Versatz von 2,5 Millimeter, zu dem noch 1 Millimeter Materialzuwachs des Überzugs an der Einschlagkante zu rechnen ist.

Am Bund (links) führt die kreisbogenförmige Rundung des Buchrückens zu einem Zuwachs von etwa 10 Millimetern zuzüglich 2,5 Millimeter Material. Die Rundung wird durch die Breite der Rückeneinlage gegenüber dem Buchblock bestimmt.

Somit wächst beim Festeinband das Format gegenüber der Seite um etwa 16 Millimeter in der Breite und etwa 7 Millimeter in der Höhe an. Wenn die Seite das „mittlere“ Format von 17 cm × 24 cm hat, wächst das zugeschlagene Buch auf 18,6 cm × 24,7 cm an, wodurch es „zu breit“ wirkt. Aus diesem Grund reduzieren wir üblicherweise die Seite auf 15,8 cm × 24 cm. Das zugeschlagene Buch hat dann 17,4 cm × 24,7 cm, was dem Verhältnis wie 17 cm × 24 cm entspricht.