Kreutz, Städtebünde

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Bernhard Kreutz, Städtebünde und Städtenetz am Mittelrhein im 13. und 14. Jahrhundert, Trier 2005 (Trierer historische Forschungen 54).

978-3-89890-097-3 – lieferbar – 538 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 970 g, Kn

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Beschreibung

Am Beispiel der mittelrheinischen Kathedralstädte Mainz, Worms und Speyer, deren innerer Entwicklung sowie äußerem Beziehungsgefüge zu Königtum, Fürsten und untereinander lassen sich im 13. und 14. Jahrhundert nahezu alle wichtigen politischen und verfassungsgeschichtlichen Probleme des späteren Mittelalters wie in einem Brennglas gebündelt beobachten. Seien es die Kernfragen der Reichsverfassung um die Machtverteilung zwischen Königtum und Landesherren, um das Wahl- und Absetzungsrecht der Kurfürsten oder um Wahlmonarchie oder Erbkaisertum, sei es die Bildung und Arrondierung von Territorien unter Ausschaltung kleinerer Adelsherrschaften oder seien es die vielschichtigen innerstädtischen Auseinandersetzungen zwischen bischöflichem Stadtherrn und Gemeinde, Klerus und Laien, Ratsgeschlechtern und neu aufstrebenden Gruppen, Ministerialität und bürgerlicher Welt: Auf all diese Herausforderungen mußten die Führungsgruppen der drei Städte reagieren.

Seit Beginn des 13. Jahrhunderts taten sie dies vermehrt im Zusammenwirken miteinander. Alle drei Bischofssitze mit römischer Wurzel, im Kernraum der hochmittelalterlichen Reichspolitik gelegen und eng mit dem salischen und staufischen König- und Kaisertum verbunden, teilten sie nach dessen Untergang die politischen Folgewirkungen. Sie gingen zunehmend dazu über, die Wahrnehmung ihrer Interessen zu koordinieren und in unterschiedlichen Graden der Institutionalisierung gemeinsam zu betreiben. Dabei blieb die von den Führungsgruppen betriebene »Außenpolitik« nicht ohne Rückwirkungen auf die innerstädtischen Verhältnisse, wie auch die innergemeindlichen Entwicklungen nicht ohne Auswirkungen auf die äußeren Beziehungen blieben. Diesen Wechselwirkungen in den vielfältigen Beziehungssträngen zwischen städtischer »Innen«- und »Außenpolitik« soll in dieser Arbeit am Beispiel der Stadt Worms für die Zeit vom ersten nachweisbaren Auftreten gemeinsamer städtischer Politik am Mittelrhein im Jahr 1226 bis zum Scheitern des großen Rheinisch-Schwäbischen Städtebundes 1388/89 nachgegangen werden. Die mittelgroße Kathedralstadt Worms bietet sich als Fallstudie an, da sie von Beginn an in den Städtebünden und zwischenstädtischen Beziehungen am Mittelrhein an zentraler Stelle vertreten war. Trotz günstiger Quellenlage ist die Geschichte der Stadt unter der umrissenen Fragestellung noch nicht systematisch aufgearbeitet worden.

Bei der folgenden Untersuchung bildet die »mittlere« Ebene, nämlich die der zwischenstädtischen Beziehungen der Nachbargemeinden Mainz, Worms und Speyer, aber auch die Verbindungen zu Städten wie Straßburg, Frankfurt und Oppenheim, den Angelpunkt der Untersuchung und das verbindende Glied zwischen der inneren Entwicklung der Stadt Worms und dem äußeren Beziehungsgefüge zu König und Fürsten. In einem analytischen Teil sollen dann die Instrumente und Konstanten dieser städtischen Politik untersucht werden. Den Abschluß bildet ein vergleichender Blick auf die benachbarten südwestdeutschen Städtenetze. So wird unter den genannten Gesichtspunkten aus dem Wormser Blickwinkel der Versuch einer Geschichte des mittelrheinischen Städtenetzes während des 13. und 14. Jahrhunderts unternommen.

Zusätzliche Information

Gewicht 970 g
Größe 24 x 17 x 5 cm