Ausonius, Sämtliche Werke II²

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D. Magnus Ausonius, Sämtliche Werke, hrsg., übersetzt und kommentiert von Paul Dräger, Bd. 2: Trierer Werke, Zweite, erweiterte und überarbeitete Auflage, Trier 2016.

978-3-89890-207-6, 830 S., geb., 15 cm × 21 cm, 1200 g, 15 Abb.

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Beschreibung

Stark erweiterte Neuauflage des Standardwerks!

Mit dem Erscheinen des Abschlussbandes (III: ‚Spätwerke aus Bordeaux‘, Mai 2015) setzte eine verstärkte Nachfrage auch nach den anderen Bänden ein, mit der Folge, dass vor allem der als erster erschienene Band II (‚Trierer Werke‘, Mai 2011) seit ca. einem Jahr restlos vergriffen ist. Daher haben sich Herausgeber und Verlag entschlossen, mit Band II eine 2. Auflage zu initiieren, die aus dem Rückblick heraus gerade für den vorliegenden Band zu starken Änderungen geführt hat: 1. Der Einheitlichkeit halber sind auch Mosella und Bissula neu in Prosa übersetzt (die erstmals 2001 in Trier publizierten und auf viel Anklang gestoßenen Versübertragungen sind jetzt [Mosella] hinter die Prosa-Übersetzung gestellt bzw. [Bissula] in den Kommentar integriert, jedoch ohne nochmalige lateinische Parallelen, die schon im Haupttext zu finden sind); 2. die geschlossen in Band III (S. 788–799) vereinigten Inhaltsangaben wurden vorgezogen, d. h. in den Kommentar der jeweiligen Werke gestellt (im vorliegenden Fall ‚Oxford Classical Texts‘ [meiner Vorlage] Nr. 14–24); 3. zumindest kritisch erwähnt ist die seit 2011 erschienene Spezialliteratur zu den entsprechenden Opuscula (weitergeholfen hat sie nicht); 4. Qualität und Format der Abbildungen wurden verbessert.

Die größte (5.) Änderung betrifft die Erklärungen zur Mosella, die – von knapp 70 auf mehr als 250 Seiten erweitert – jetzt als Vers-für-Vers- bzw. sogar Wort-für-Wort-Kommentar die ausführlichsten derzeit verfügbaren Erläuterungen zum moselanischen ‚Nationalepos‘ darstellen; dabei verlieren sie aber nicht das ursprüngliche Hauptziel meiner Kommentierung aus den Augen: die Aufdeckung einer ebenso banalen wie genialen Spielerei des Dichters mit der – zufällig den Buchstaben des Wortes Mosella entsprechenden – epischen Zahl sieben, die auch die doppelt versiegelten 483 Verse bestimmt und dem Gedicht die innere Einheit garantiert; selbst diese Idee konnte noch durch neue Argumente (z. B. einen siebten Katalog, V. 382–388) belegt werden.

Veranlassung für diese Erweiterung war das Erscheinen von Joachim Grubers pseudokritischer Mosella-Ausgabe (2013), die an fachlicher Inkompetenz, Unehrlichkeit (ungenierte Plagiate meiner Übersetzungen und Interpretationen) und Schludrigkeit schwerlich zu übertreffen ist: Knapp vierhundert Erwähnungen Grubers in meinem Mosella-Kommentar (Videat lector!) brandmarken erschreckende Defizite in der Beherrschung lateinischer Elementargrammatik und Prosodie, unkontrolliert abgeschriebene Fehlzitate lateinischer Autoren, fehlerhafte Übersetzungen, Inkongruenzen zwischen Text, Übersetzung und Kommentar, Falschzuweisungen an Vorgänger, Verwechslung der Siglen von Handschriften, bis hin zu mangelhafter deutscher Syntax sowie gravierenden Interpunktions- und simplen Druckfehlern, kurzum eine geradezu chaotische und wissenschaftlichen Prinzipien fernstehende Arbeitsweise. Gipfel der Dreistigkeit ist die Camouflage als „kritische Ausgabe“, obwohl Gruber keine Handschriften kollationiert, nur die Apparate aus Vorgängereditionen abgeschrieben bzw. kompiliert hat. – Seinerseits Auslöser für Grubers überstürzte Publikation und seine schon notorische ‚Heptaphobie‘ (z. B. S. 19) war offensichtlich ein Artikel in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ vom 5.11.1997 (Seite N 5), durch die Gruber offensichtlich seine schon Jahrzehnte währenden fruchtlosen Bemühungen um das Verständnis der Mosella durchkreuzt sah (ebenso wie er bei seiner ‚selbstlosen‘ Verteidigung zahlreicher von mir Gezauster stets meine Kritik an ihm selbst verschwiegen hat).

Der Untertitel ‚Trierer Werke‘ ist nicht so streng zu nehmen: Zwar gehören neben den beiden je umfangreichsten Vers- und Prosaschriften (Mosella, Gratiarum actio) sicher auch Griphus, Bissula, Cento, Cupido, Precationes und Caesares in die Trierer Zeit (ca. 365/366 bis ca. 388 – andere Ansätze überzeugen mich nicht); pauschal lässt sich das jedoch nicht z. B. auf die Eclogae oder den Ordo ausdehnen, wie andererseits auch Teile der Sammlungen der Epigrammata und vor allem der Epistulae bestimmt an der Mosel (Trier oder Konz) entstanden sind. Ähnliches gilt für drei ‚didaktische‘ Werke (Periochae Homeri; Erstfassungen des Ludus und des Technopaegnion) sowie die in Ausonius’ (Trierer) Quästur (zwischen 374 und 377) fallenden Constitutiones. Es kommt aber auch nicht darauf an: Maßgebend waren ökonomisch-rationelle (Teilung in drei Bände mit ‚Signaltiteln‘) und der Bequemlichkeit der Benutzer dienende Zwecke (Zugrundelegen der Zählung der Oxoniensis, deren Konjekturen aber zum größten Teil ebenso rückgängig gemacht worden sind wie fast alle früheren gewaltsamen Eingriffe in den Text).

Bei der Heranziehung von Sekundärliteratur weiter zurückgegangen als bis zu den verdienstvollen, immer wieder (bis zu Green 1991 oder Cavarzere 2003) anonym ausgeschlachteten Editionen Schenkls (1883) oder Peipers (1886) bin ich nicht: Es lohnt nicht, wie die zahlreichen Zitate in Kommentaren und die teilweise Einsichtnahme z. B. in Corpet (1842/1843) sowie die erst mehr als 1600 Jahre nach ihrem Erfinder gelungene Aufdeckung des hebdomadischen Kompositionsprinzips zeigen. Nach wie vor habe ich nicht die Absicht, einen Literaturbericht zu liefern (ich kenne mehr, als ich zitiere) oder die Leser mit einer allgemeinen Einführung zu langweilen (dazu sei verwiesen z. B. auf das ‚Handbuch der lateinischen Literatur der Antike‘, Bd. 5, 1989, S. 268–308) oder sinnlosen, früher wie heute nicht beantwortbaren Fragen (z. B. nach der ‚Religion‘ des Ausonius) nachzugehen: Lieber übersetze und kommentiere ich, Ersteres (statt der üblichen Nacherzählungen oder Paraphrasen, wie sie fehlerdurchsetzt auch Gruber liefert) semantisch so präzise wie möglich, Letzteres sowohl nach inhaltlichen als auch sprachlich-grammatisch-stilistischen Kriterien; für alle an Näherem Interessierte sind die Hinweise auf (von mir als hilfreich erachtete) weiterführende Literatur gedacht.

„Mein wiederholt geäußerter Wunsch nach einem Konkurrenzunternehmen hat sich leider nicht erfüllt“ – dieser Satz aus dem Vorwort zu Band III (S. 9) gilt nach wie vor. Was an inhaltlich Neuem brächte es auch, vergleichbar dem von mir Aufgedeckten und publik Gemachten (z. B. S. 58 f., 60, 148, 382, 506)? Dabei würde am meisten ich mich selbst freuen.

Inhaltliche Verbesserungsvorschläge sowie Hinweise auf Errata nehme ich gern entgegen (paul.drager@uni-trier.de). Demjenigen, der als Erster nachweist, dass in der Literatur zwischen ca. 375 (Entstehung der ‚Mosella‘) und 1997 (mein Alisontia-Aufsatz) ein Hinweis auf die Siebenzahl der Buchstaben des Wortes Mosella als Grundmodul oder auf die Bedeutung der Verszahl 483 und ihre Teilbarkeit durch sieben (was Gruber wahrheitswidrig als bereits bekannt voraussetzt) zu finden ist, schenke ich vorliegenden Band.

Paul Dräger studierte Klassische Philologie, Geschichte, Slavistik und Indogermanistik in Mainz und promovierte an der Universität Trier mit einer Arbeit über den Argonautenmythos in der griechischen und römischen Literatur. Nach seiner Tätigkeit als Gymnasiallehrer für Alte Sprachen und Lehrbeauftragter für Klassische Philologie an der Universität Trier arbeitet er jetzt als freier Autor, Übersetzer, Literaturkritiker und Wissenschaftshistoriker.

Zusätzliche Information

Gewicht 1200 g
Größe 21 x 15 x 9 cm

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