Riederer, Feiern im Reichsland

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Günter Riederer, Feiern im Reichsland. Politische Symbolik, öffentliche Festkultur und die Erfindung kollektiver Zugehörigkeiten in Elsaß-Lothringen (1871-1918), Trier 2004 (Trierer historische Forschungen 57). 978-3-89890-049-2 – lieferbar – 530 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 590 g

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Beschreibung

Die vorliegende Studie liefert am Beispiel des Reichslandes Elsaß-Lothringen einen vergleichenden Beitrag zur Symbolgeschichte des Deutschen Kaiserreiches und der Dritten französischen Republik. Zentrales Erkenntnisziel der Arbeit ist es, am Beispiel der Konflikte um nationale und regionale Symbole im Reichsland Elsaß-Lothringen nach der Annexion des Jahres 1870/71 eine »Geschichte zweiten Grades« zu schreiben, welche den kulturellen Transferprozessen im deutsch-französischen Grenzraum größere Beachtung schenkt, als dies mit den traditionellen Mitteln der Politikgeschichte bislang der Fall war. Im Vordergrund der Untersuchung steht dabei vor allem die soziale und kulturelle Praxis, die mit Festen und Feiern verbunden ist. Die Arbeit verfolgt einen innovativen methodischen Ansatz: Das theoretisch entwickelte Konzept des Kulturtransfers, wie es in den letzten Jahren verstärkt Eingang in die Geschichtswissenschaften gefunden hat, wird an einem konkreten Beispiel umgesetzt. Sie gliedert sich auf diese Weise in die methodischen und theoretischen Methoden einer neueren Kulturgeschichtsschreibung ein. Zudem wertet die Studie umfangreiche bislang unbearbeitete und unveröffentlichte Quellenbestände in deutschen und französischen Archiven aus. Sie fußt auf breitem archivalischen Material aus den Departementsarchiven Strasbourg, Metz und Colmar, ergänzt um Quellen aus kommunalen Archivbeständen. Aus den verschiedenen Beispielen in den einzelnen Kapiteln der Untersuchung wird deutlich, dass Nationalisierung und Regionalisierung nur als parallele, ineinander greifende Prozesse zu verstehen sind. Damit bestätigen sich auch am Beispiel Elsaß-Lothringens die Befunde der neueren Regionalismusforschung, die das kollektive Bewusstsein über die Zusammengehörigkeit von Menschen wesentlich aus der Konkurrenz zwischen den verschiedenen Arten von Zugehörigkeit interpretieren. Zwar stand die nationale Homogenisierung in vielen Fällen gegen die Pluralität der Regionen, und das 19. Jahrhundert ist zurecht als das »Zeitalter des Nationalismus« bezeichnet worden. Dieser Nationalisierungsprozess verlief allerdings nicht eindimensional, sondern ist nur in seinem dialektischen Mechanismus zu verstehen. Die empirisch dichte, auf einer breiten Basis der Quellen und Literaturkenntnis verfasste Untersuchung wird die deutsche und französische Geschichtsschreibung zum Reichsland Elsaß-Lothringen bereichern und beeinflussen.

Zusätzliche Information

Gewicht 590 g
Größe 24 x 17 x 5 cm