Schuldenlast und Schuldenwert

48,00 

Schuldenlast und Schuldenwert. Kreditnetzwerke in der europäischen Geschichte (1300–1900), hrsg. v. Gabriele B. Clemens, Trier 2008 (Trierer historische Forschungen 65).

978-3-89890-124-6 – 278 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 560 g, Abb.

Vorrätig

Beschreibung

Der vorliegende Sammelband präsentiert die Ergebnisse des internationalen Workshops »Kreditbeziehungen und Netzwerkbildungen. Die soziale Praxis des Kredits«, der vom 1. bis zum 2. Dezember 2006 von Professor Lutz Raphael und mir an der Universität Trier organisiert wurde. Mitglieder des Forschungsclusters Rheinland-Pfalz »Gesellschaftliche Abhängigkeiten und soziale Netzwerke. Historische Forschungen und Gegenwartsanalysen zu Chancen und Risiken einer sozialen Beziehungsform« diskutierten hier erste Ergebnisse und Forschungsperspektiven mit einer internationalen Expertengruppe. Die ausgearbeiteten Versionen der Referate wurden durch eine kommentierende Einleitung ergänzt.

Leitthema der Veranstaltung war die Frage, wie sich in Europa seit dem Mittelalter bis zum beginnenden 20. Jahrhundert die Omnipräsenz von Schulden auswirkten. Die behandelten Themen spannen einen weiten räumlichen und zeitlichen Bogen. Im Fokus des Interesses standen die Kategorie des Vertrauens, die komplexen Beziehungen zwischen Gläubigern und Schuldnern, Kreditverträge und Netzwerke im städtischen und ländlichen Raum sowie die gerade auch heute aktuelle Fragen, wie sich Krisen auf das Kreditwesen auswirken.

Rezensionen

Klaus-J. Lorenzen-Schmidt, in: Bankhistorisches Archiv 37, 2011, S. 79–81

Bernd Fuhrmann, in: VSWG 98, 2011

ZRG 127, 2010

Inhalt

Gabriele B. Clemens, Einleitung. Die Omnipräsenz von westeuropäischen Kreditbeziehungen in Mittelalter und Neuzeit

Phillipp R. Schofield, Die Kreditvergabe im englischen manor court 1250–1350. Formen und Funktionen

Peter Schuster, The Age of Debt? Private Schulden in der spätmittelalterlichen Gesellschaft

Gerd Mentgen, Die Juden und das Einlager als Instrument der Kreditabsicherung im 14. Jahrhundert

Franz Irsigler, Kreditgewährung und Formen der Kreditsicherung im Mittelalter

Gerald Grommes, Netzwerke und Geschäftsstrukturen kastilischer Messebankiers im 16. Jahrhundert

Laurence Fontaine, Die Bauern und die Mechanismen der Kreditvergabe

Philip T. Hoffman, Gilles Postel-Vinay und Jean-Laurent Rosenthal, Revolution und Evolution. Die Märkte des notariell beglaubigten Kredits in Frankreich 1780–1840

Christine Fertig, Kreditmärkte und Kreditbeziehungen im ländlichen Westfalen (19. Jh.). Soziale Netzwerke und städtisches Kapital

Johannes Bracht und Georg Fertig, Wann sich verschulden, wann sparen? Vermögensstrategien und Lebenslauf im ländlichen Westfalen des 19. Jahrhunderts

Alfred Bauer, »Peter Müller […] schuldet laut Schein«. Unterschiedliche Formen der privaten Geldleihe und Kapitalbildung eines Bauern-»Bankiers« im Hunsrück vor dem Ersten Weltkrieg

Gabriele B. Clemens und Daniel Reupke, Kreditvergabe im 19. Jahrhundert zwischen privaten Netzwerken und institutioneller Geldleihe

Jürgen Schlumbohm, Kreditsicherung und Schuldbeziehungen seit dem späten Mittelalter. Ein Kommentar

Christof Dipper, Kredit und Bodenmarkt. Ein Kommentar

Stefan Brakensiek, Beobachtungen zu ländlichen Kreditpraktiken in Deutschland und Frankreich im 19. Jahrhundert

Ulrich Pfister, Kredit und soziale Netzwerke in der Frühen Neuzeit. Ein Kommentar