Zitierrichtlinien

Die Wissenschaft, sie ist und bleibt, was einer ab vom andern schreibt. Und trotzdem ist, ganz unbestritten, sie immer weiter fortgeschritten. (Eugen Roth).

In einem wissenschaftlichen Text hat das Zitieren den Zweck, den Wissensstand kenntlich zu machen, der vorgefunden wurde und dem etwas neues hinzugefügt werden soll. Die Quellen des Wissens sind eindeutig und nachvollziehbar gemäß den Gepflogenheiten des Faches anzugeben. Ansonsten sind die Mindestanforderungen nicht erfüllt.

Für alle Beiträge und Schriften in unserem Verlag gelten die folgenden Zitierrichtlinien. Vor allem in den Schriftenreihen soll durch die Richtlinien ein sauberes und einheitliches Erscheinungsbild gewährleistet werden. Orientieren Sie sich an den Beispielen!

Allgemeine Regeln

Einzelschrift

Sammelschrift

Aufsatz

Internetquelle

Kurzzitat

Amerikanische Zitierweise

 

Allgemeine Regeln

Unabhängig von formalen Vorschriften im Einzelnen gelten beim Zitieren allgemeine Regeln, von denen man nicht ohne Not abweichen sollte.

  • Das Zitieren folgt den Gepflogenheiten des Faches!
  • Die Anmerkung steht nach dem Wort, Satzzeichen oder Absatz!
  • Orthographische Regeln gelten auch in Anmerkungen!
  • Vollständiges Zitat bei der ersten Erwähnung (oder in Literaturliste)!
  • Autoren oder Titel nicht formatieren oder auszeichnen!
  • Quellenzitate im Text werden kursiv und/oder als Zitatblock formatiert!

Es stiftet keinen Nutzen, sondern höchstens Verwirrung, wenn im Zitat Angaben erscheinen, die nicht üblich sind, zum Beispiel Verlag, ISBN o. ä. Das sollte also vermieden werden.

Es ist eine verbreitete Unsitte, den Verfasser in Anmerkungen nach dem Muster „Nachname, Vorname“ anzugeben und nicht „Vorname Nachname“. Hierdurch muss ein zusätzliches Komma gesetzt werden. Selbst in einer alphabetischen Literaturliste stellt die Vorziehung des Nachnamens keinen Vorteil dar. Hier wäre sie aber immerhin begründet und zulässig. Hingegen kann es in den Fußnoten keinen Grund für die Umstellung geben. Es entsteht auch nicht der Eindruck der höheren Genauigkeit und wissenschaftlichen Strenge.

Einzelschrift

Unter Einzelschrift („Monographie“) wird hier die selbständig erschienene Verfasserschrift verstanden. Diese Definition entspricht dem derzeitigen Sprachgebrauch, ist aber eigentlich falsch. Auch unselbständige Schriften, die einem Thema gewidmet sind, z. B. Zeitschriftenaufsätze, sind Monographien.

  • Vorname + Nachname
  • Haupttitel + Untertitel
  • Ort + Jahr
  • Schriftenreihe
  • Seitenzahl(en)

Christian Haller, Militärzeitschriften in der Weimarer Republik und ihr soziokultureller Hintergrund. Kriegsverarbeitung und Milieubildung im Offizierskorps der Reichswehr in publizistischer Dimension, Trier 2012 (Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe 1), S. 417–421.

Sammelschrift

Sammelschriften sind selbständig erschienen und haben üblicherweise einen Herausgeber. Wenn sie als „Sammelwerke“ Schriften mehrerer Autoren zu einem Thema vereinigen, weisen sie Werkcharakter auf und sind zitierfähig. Dagegen besitzen „Sammelbände“, die es heute eigentlich nicht mehr gibt, keine Schöpfungshöhe.

  • Haupttitel + Untertitel
  • Herausgeber
  • Ort + Jahr
  • Schriftenreihe
  • Seitenzahl(en)

Die traditionelle Zitierweise ist die nach dem Werktitel:

Zwischen Maas und Rhein. Beziehungen, Begegnungen und Konflikte in einem europäischen Kernraum von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert. Versuch einer Bilanz, hrsg. v. Franz Irsigler, Trier 2006 (Trierer historische Forschungen 61).

In den Schriftenreihen wird diese Zitierweise verwendet:

Franz Irsigler (Hrsg.), Zwischen Maas und Rhein. Beziehungen, Begegnungen und Konflikte in einem europäischen Kernraum von der Spätantike bis zum 19. Jahrhundert. Versuch einer Bilanz, Trier 2006 (Trierer historische Forschungen 61).

Aufsatz

Aufsätze sind unselbständig in Zeitschriften oder Sammelschriften erschienen. Die folgenden Angaben sind üblich.

  • Autor
  • Haupttitel + Untertitel
  • in: Zeitschrift oder Sammelschrift
  • Seitenzahlen
  • Zeitschrift/Sammelschrift

Aufsatz in einem Sammelwerk

Benjamin Laqua, Heilig-Geist-Hospitäler im bruderschaftlichen und kommunalen Kontext des hohen Mittelalters, in: Formen der Armenfürsorge in hoch- und spätmittelalterlichen Zentren nördlich und südlich der Alpen, hrsg. v. Lukas Clemens, Alfred Haverkamp u. Romy Kunert, Trier 2010 (Trierer historische Forschungen 66), S. 104–131, hier S. 117.

Oder mit abweichender Zitierung des Sammelwerks

Benjamin Laqua, Heilig-Geist-Hospitäler im bruderschaftlichen und kommunalen Kontext des hohen Mittelalters, in: Lukas Clemens, Alfred Haverkamp u. Romy Kunert (Hrsg.), Formen der Armenfürsorge in hoch- und spätmittelalterlichen Zentren nördlich und südlich der Alpen, Trier 2010 (Trierer historische Forschungen 66), S. 104–131, hier S. 117.

Aufsatz in einer Zeitschrift

Johannes Fried, Deutsche Geschichte im früheren und hohen Mittelalter. Bemerkungen zu einigen neuen Gesamtdarstellungen, in: Historische Zeitschrift 245, 1987, S. 625–659, hier S. 635.

Internetquelle

Unter Internetquellen werden hier nicht Digitalisate von Druckwerken verstanden, sondern reine Internetpublikationen, von denen nur wenige zitierfähig sein dürften.

  • Url angeben, am besten „Permalink“
  • Datum des letzten Abrufs

Rezension in einer Internetzeitschrift:

Jörg Schwarz, Besprechung von: Michel Margue, Michel Pauly u. Wolfgang Schmid (Hrsg.), Der Weg zur Kaiserkrone, Trier 2009 (Publications du CLUDEM 24), in: H-Soz-u-Kult, 26.8.2009, Url: http://hsozkult.geschichte. hu-berlin.de/rezensionen/2009-3-160 [20.12.2010].

Kurzzitat

Ein mehrfach zitiertes Werk stets im Vollzitat zu nennen erscheint wenig zweckmäßig, da hierdurch unnötige Redundanzen entstehen, die zudem eine erhebliche Fehlerquelle darstellen. Es sollte nur einmal vollständig, ansonsten in Kurzform zitiert werden.

  • Vollzitat erscheint in der Literaturliste
  • … ansonsten bei der ersten Erwähnung
  • Weitere Erwähnungen immer mit Kurzzitat
  • Kurzzitat enthält Verweis auf Vollzitat

Kurzzitat mit Verweis auf Vollzitat

Fried, Deutsche Geschichte (wie Anm. 17), S. 646.

Amerikanische Zitierweise

Die amerikanische Zitierung ist in manchen Fächern an die Stelle der herkömmlichen getreten. Hier werden nicht Autor und Inhalt (Kurztitel) des zitierten Werks transportiert, sondern Autor und Erscheinungsjahr.

In der reinen Form dieser Zitierweise gibt es stets eine alphabetische Literaturliste, in der das Erscheinungsjahr direkt hinter den Autor gesetzt wird. Wenn weitere Veröffentlichungen eines Autors im selben Jahr erschienen sind, werden diese mit a, b, c, … unterschieden. Das Kurzzitat mit Verfassernamen und Jahreszahl wird nicht in Fußnoten gesetzt, sondern erscheint in Klammern im fließenden Text.

  • Es gibt stets eine Literaturliste mit Vollzitat
  • … mit vorgezogenem Erscheinungsjahr
  • Das Kurzzitat besteht nur im Verfassernamen und dem Jahr
  • … es wird in Klammern im fließenden Text gesetzt

Literaturliste nach amerikanischer Art

Johannes Fried 1987, Deutsche Geschichte im früheren und hohen Mittelalter. Bemerkungen zu einigen neuen Gesamtdarstellungen, in: Historische Zeitschrift 245, S. 625–659.

Kurzzitat nach amerikanischer Art

Fried 1987 : 646.

In der amerikanischen Zitierweise wird üblicherweise der Werktitel ausgezeichnet, wobei zwischen selbständigen und unselbständigen Veröffentlichungen ein Unterschied gemacht wird.

Titelauszeichnung nach amerikanischer Art

Christian Haller 2012, “Militärzeitschriften in der Weimarer Republik und ihr soziokultureller Hintergrund. Kriegsverarbeitung und Milieubildung im Offizierskorps der Reichswehr in publizistischer Dimension”, Trier (Geschichte & Kultur. Saarbrücker Reihe 1).

Benjamin Laqua 2010, Heilig-Geist-Hospitäler im bruderschaftlichen und kommunalen Kontext des hohen Mittelalters, in: Lukas Clemens, Alfred Haverkamp u. Romy Kunert (Hrsg.), “Formen der Armenfürsorge in hoch- und spätmittelalterlichen Zentren nördlich und südlich der Alpen”, Trier (Trierer historische Forschungen 66), S. 104–131.