Krise und Aufbruch

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Krise und Aufbruch in der Geschichte Europas, hrsg. v. Wolfgang Behringer, Trier 2013 (Geschichte und Kultur. Saarbrücker Reihe 3).

978-3-89890-164-2 – lieferbar – 216 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 750 g, zahlr. Abb.

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Beschreibung

Europa ist in aller Munde: manchmal enthusiastisch, oft ermattet und gelegentlich voller Überdruss, sei es wegen überbordender Bürokratie, wegen der Euro-Krise oder wegen dem „Krisenlabor Griechenland“. Politiker eilen von Gipfel zu Gipfel, versuchen aber selten, in den Niederungen der Wählerwerbung mit Europa zu punkten. Inwieweit andere Funktionseliten die Rolle der Sinnstiftung übernehmen sollen, ist umstritten.

Die Europakritik Hanns Magnus Enzensbergers stößt bei den Eurokraten auf wenig Gegenliebe. Doch manchmal kann man tatsächlich den Eindruck gewinnen, dass eine abgehobene Kaste dabei sei, einen Leviathan zu schaffen, ein neues Reich der Unfreiheit, in dem man seine Wohnräume nicht mehr beleuchten darf wie man will; in dem das Strafrecht nur mehr für die „kleinen Leute“ gilt, nicht aber für Verbrecher, die mit ihren Entscheidungen ganze Volkswirtschaften oder Staaten in den Abgrund zu reißen drohen; wo sich nur die „kleinen Leute“ an Verträge halten müssen, nicht aber Politiker; wo weitreichende Entscheidungen getroffen werden, bei denen wir Bürger kein Mitspracherecht mehr besitzen oder vornehmlich als potentieller „Störfaktor“ wahrgenommen werden. „An den Finanzmärkten hat man eine neue Gefahr ausgemacht: die Demokratie“.

Die in diesem Band dokumentierte Saarbrücker Ringvorlesung „Krise und Aufbruch in der Geschichte Europas“ macht darauf aufmerksam, dass der Krisenmodus in Europa auch früher nicht unbekannt war. Die jeweils aktuelle Krise scheint zwar immer gerade die schlimmste zu sein – wie weit wir jedoch in der Geschichte auch zurückgehen, stoßen wir immer auf eine gerade aktuelle Krise.

Die Geschichte Europas kann als eine fortlaufende Abfolge von Krisen geschrieben werden. Aber unsere Geschichte erschöpft sich nicht darin. Vielmehr kann man es als ein Merkmal der europäischen Geschichte betrachten, dass auf jede Krise ein neuer Aufbruch folgte. Während in anderen Zivilisationen Krisen in die Katastrophe – den Untergang – geführt haben, fand Europa bisher auch nach gewaltigen Umbrüchen stets die Kraft zur Erneuerung. Seine Zivilisation ist zwar nicht so alt wie die Chinesische, aber mit über zweitausend Jahren können wir doch auf eine ziemlich lange Dauer zurückblicken. Auf dieser Grundlage liegt die Prophezeiung nahe, dass wir auch die Eurokraten von Brüssel überleben werden.

Inhalt

Wolfgang Behringer, Europa in Krise und Aufbruch (7)

Carola Reinsberg, Tyrannenmord und Demokratie. Ein politisches Denkmal in Athen (21)

Peter Riemer, Ciceros Kampf für die „Freie Römische Republik“ (35)

Heinrich Schlange-Schöningen, Der Untergang des Weströmischen Reiches (45)

Brigitte Kasten, Mittelalterliches Prekariat und Lehnswesen (57)

Peter Schuster, Sünde und Moral im spätmittelalterlichen Europa (71)

Wolfgang Behringer, Von der Hexenverfolgung zur Industriellen Revolution. Europa in der Frühen Neuzeit (81)

Anne Conrad, Netzwerke „frommer Seelen“. Frühneuzeitlicher Katholizismus im Blick europäischer Genderforschung (97)

Gabriele B. Clemens, Am Anfang war Napoleon. Europa zwischen Tradition und Moderne (109)

Rainer Kleinertz, Der Klang der Ereignisse. Europäische Geschichte im Spiegel der Musik (127)

Christa Lichtenstern, Die „Europäische Dimension“ in Moores Shelter Drawings (143)

Margrit Grabas, Die Große Depression als Zäsur der Europäischen Integration (157)

Bärbel Kuhn, 50 Jahre Saarland (1957–2007). Ereignis und Erinnerungspolitik im Spannungsfeld von Region, Nation und Europa ( 171)

Hélène Miard-Delacroix, Deutschland und Frankreich in Europa. Erfahrungen beim Schreiben einer deutsch-französischen Geschichte (185)

Rainer Hudemann, Wächst Europa zusammen? (199)

Zusätzliche Information

Gewicht 750 g
Größe 24 x 17 x 3 cm