Müller, Vir religiosus

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Jörg Müller, »Vir religiosus ac strenuus«. Albero von Montreuil, Erzbischof von Trier (1132–1152), Trier 2006 (Trierer historische Forschungen 56).

978-3-89890-089-4 – lieferbar – 912 S., geb., 15,8 cm × 24 cm, 1.520 g, Abb., Karten

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Beschreibung

Albero von Montreuil (†1152) war zweifellos der bedeutendste Trierer Erzbischof des Hochmittelalters. Sein Einfluß erreichte, gestützt auf persönliche und familiäre Bindungen, reichspolitische, ja westeuropäische Dimensionen. Während Alberos Rolle bei der Königswahl des Staufers Konrad III. schon häufig thematisiert wurde, ist das kirchlich-religiöse und territorialpolitische Wirken des Trierer Metropoliten noch weitgehend unbekannt. Dabei ist die Quellenlage für einen Reichsbischof der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erstaunlich gut, insbesondere aufgrund einer ausführlichen Lebensbeschreibung, in der auch individuelle Züge des Erzbischofs gut zu erkennen sind.

Mit dieser biographischen Studie wird eine seit langem beklagte Forschungslücke geschlossen. Über den engeren Bereich von Erzbistum und Kirchenprovinz Trier hinaus bietet sie einen erheblichen Erkenntnisgewinn auch für die Reichs- und Kirchengeschichte des 12. Jahrhunderts. Das erste Kapitel der auch methodisch anspruchsvollen Arbeit beschreibt Herkunft und Werdegang des aus einer niederadligen Familie der lothringischen Romania stammenden Trierer Erzbischofs. Auf seine Verwandtschaft und auf die persönlichen Verbindungen, die er in den zwei Jahrzehnten vor der Wahl knüpfen konnte, griff Albero während seiner gesamten Amtszeit als Erzbischof immer wieder zurück. Sie erklären auch, warum Albero in seiner Eigenschaft als Metropolitanbischof so häufig in die Verhältnisse der Suffraganbistümer Metz, Toul und Verdun eingriff. Die vier folgenden Kapitel widmen sich den vielfältigen Aktivitäten Alberos in seiner Funktion als Trierer Erzbischof.

Der Schwerpunkt liegt auf den nicht immer klar voneinander zu trennenden Aspekten der Kirchen- und Territorialpolitik. In dieser reformfreudigen Zeit entstanden unter Albero mehr geistliche Gemeinschaften als unter irgend einem anderen Trierer Erzbischof des Mittelalters. Mit ihrer Ansiedlung und Förderung war nicht nur eine Intensivierung des kirchlichen Lebens im Trierer Sprengel, sondern auch eine herrschaftliche Durchdringung des Raumes intendiert. Unter den Ordensgemeinschaften nahmen bis etwa 1140 die Prämonstratenser in territorialpolitischer, aber auch in seelsorgerischer Hinsicht eine herausragende Stellung in Alberos Amtsführung ein. Als sich der Orden intern zunehmend zentralisierte, verlor er deshalb für ihn an Bedeutung. Parallel dazu konnte Albero seinen Einfluß auf das Augustinerchorherrenstift Springiersbach und dessen Tochtergründungen ausbauen. Nach dem Tod des Vogtes Pfalzgraf Wilhelm von Ballenstedt erlangte er die weitgehende Verfügungsgewalt über das Stift und konnte seine Positionen an der unteren Mosel ausbauen.

Die enge Verknüpfung von erzbischöflicher Kirchen- und Territorialpolitik kommt besonders anschaulich im Verhältnis Alberos zur Abtei St. Maximin vor den Toren der Stadt Trier zum Ausdruck. Spätestens seit 1135 arbeitete Erzbischof Albero auf den Erwerb des Reichsklosters hin, wobei ihn auch das Bedürfnis leitete, den Konvent nach hirsauisch-jungcluniazensischem Muster zu reformieren. Insbesondere aber kam der Abtei eine territorialpolitische Bedeutung zu: Als maßgeblicher Konkurrent des Trierer Erzbischofs westlich der Kathedralstadt versuchte Graf Heinrich von Namur und Luxemburg über die Votgtei des Klosters seine einflußreiche Position im unmittelbaren Umfeld Triers zu wahren. Nach der Tradierung St. Maximins an das Erzstift entspann sich daher eine sechs Jahre lang mit äußerster Härte geführte Fehde zwischen den beiden, die Albero schließlich mit Unterstützung des Königs für sich entscheiden konnte.

Zusätzliche Information

Gewicht 1520 g
Größe 24 x 16 x 9 cm